Antrag: Mehr Sicherheit mit Straßenbemalung und „Shared Space“

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Fraktion Die LinkePARTEI stellt folgenden Antrag:

  • 1. Bezugnehmend auf Gemeinderatsdrucksache 24/005/024.1 (Antrag „Mit Straßenbemalung die Stadt bunter und sicherer machen“) beantragen wir die Umsetzung eines Modellprojekts Straßenbemalung auf dem Straßenabschnitt Hoffmannstraße an der Hoffmannschule in Betzingen.
  • 2. Hierfür wird auf dem Abschnitt der Hoffmannstraße, zwischen dem Grundschulteil auf der einen Straßenseite und dem Teil der weiterführenden Schule auf der anderen Seite, die Fahrbahn in voller Breite eingefärbt und so ein Bereich geschaffen, der den Schülerinnen und Schülern als Kreuzungsbereich dient. Die Straßenbemalung hält zu Fahrbahnmarkierungen einen ausreichenden Abstand, um deren Sichtbarkeit nicht zu beeinträchtigen.
  • 3. Die Gestaltung und Größe der Straßenbemalung wird mit den Schülerinnen und Schülern der Hoffmannschule sowie dem Bezirksgemeinderat Betzingen abgestimmt.
  • 4. Der betroffene Abschnitt der Hoffmannstraße zwischen den beiden Brücken an der Hoffmannschule wird als verkehrsberuhigter Bereich mit entsprechender Geschwindigkeitsbeschränkung ausgewiesen. Auf das Vorfahrtrecht für Fußgänger wird durch entsprechende Hinweisschilder aufmerksam gemacht.

Begründung

Straßenbemalung ist ein wirksames Mittel um von Autofahrern erhöhte Aufmerksamkeit einzufordern, da sie den gewohnten Straßenverlauf gestalterisch unterbricht. Im Gegensatz zu Zebrastreifen wird durch durch das Shared Space Konzept nicht lediglich eine „Brücke“ durch den Straßenverkehr geschaffen, sondern der Verkehrsraum entschleunigt und in gegenseitiger Rücksichtnahme genutzt. Die Kombination aus visueller Unterbrechung des gewohnten Straßenverlaufs, die Geschwindigkeitsreduzierung auf Schrittgeschwindigkeit und die Pflicht für Autofahrer, Fußgänger nicht zu behindern, ist aus unserer Sicht besser geeignet die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten, als eine Ampel oder ein Zebrastreifen. Ersteres setzt die Benutzung der Ampel voraus, was bei Schulkindern nicht hinreichend gewährleistet ist und letzteres schafft zwar einen vorfahrtsberechtigten Kreuzungsbereich für Fußgänger, erlaubt aber Fahrzeugen mit regulärer Geschwindigkeit auf diese zuzufahren, was bei Unachtsamkeit zu auch tödlichen Unfällen führen kann. Schrittgeschwindigkeit hingegen führt auch bei Zusammenstößen nur selten zu ernsthaften Verletzungen.

Der fragliche Abschnitt ist ca. 60m lang. Der Zeitverlust bei Schrittgeschwindigkeit gegenüber 30km/h beträgt ca. 23 Sekunden und ist damit vernachlässigbar.

Die visuelle Gestaltung wertet das Gebiet darüber hinaus auf. Die Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler schafft eine kreative Beteiligungsmöglichkeit und schafft ein Bewusstsein für die Gefahren im Straßenverkehr.

Mit freundlichen Grüßen

gez.
Rüdiger Weckmann
Fraktionsvorsitzender